Route Kambodscha

Reiseroute in Kambodscha
Reiseroute in Kambodscha

Kratie und Kampong Cham

Der Weg nach Kambodscha an einem der korruptesten Grenzübergänge gestaltet sich sehr einfach. In Laos kann man gegen $10 alles von einem „Service“ übernehmen lassen und muß nur noch den Pass mit fertigem Visum entgegen nehmen. So erreichen wir Kambodscha schneller und leichter als gedacht.

Kratie ist eine kleine Stadt am Mekong, vorgelagert die Insel Koh Trong mit Landwirtschaft.

Rundfahrt auf der Insel Koh Trong bei Kratie
Heuschober
schwimmende Häuser vor der Insel Koh Trong
schwimmende Häuser

In Kambodscha (und auch Laos und Myanmar) gibt es neben normalen Tankstellen auch improvisierte mit Behälter und Gartenschlauch für den Notfall:

Tankstelle
Chillies für Thomas 🙂

In Kampi nahe Kratie gibt es eine Art Freibad im Mekong.

Freibad im Mekong
Steg im Mekong
„Liegewiese“
ein Badegast

Dann geht es weiter nach Kompong Cham. Hier ist einiges mehr los.

Martin darf seltsame Früchte und Erbsen probieren
Gemüse
noch mehr seltsame Früchte
Eislieferung an der Uferpromenade

In Kampong Cham gibt es die längste Bambusbrücke der Welt (die längste Holzbrücke der Welt kennen wir ja aus Myanmar). Sie wird jedes Jahr vom Monsun weggeschwemmt und nach der Regenzeit wieder aufgebaut.

Bambusbrücke von Kampong Cham nach Koh Paen
Koh Paen Brücke in Kampong Cham
Globber
die Bambusbrücke im Sonnenuntergang

Die Menschen in Kambodscha sind sehr offen und freundlich. Oft werden wir angesprochen und erleben tolle Begegnungen.

In Kampong Cham ist abends am Mekong richtig was los:

Federfußball und Aerobic

Hier der Wikipedia Artikel zu Federfußball.

Rüben

Wir sitzen im Minibus von Kratie nach Kampong Cham dicht gedrängt. Ich (Martin) schaue auf dem Handy die curry-collection Seite an. Als ich beim Video über „Cinéma Tuk-Tuk“ ankomme, greift eine Hand von rechts nach meinem Handy und drückt „Play“. Mein Nachbar ist neugierig und wir schauen zusammen das Video. Er will noch mehr Bilder unserer Reise sehen. Dann schauen wir Bilder auf seinem Handy. Er kann kein Wort Englisch und ich kein Wort Khmer. Die Bilder zeigen wie er aus großen Baumwurzeln Figuren gestaltet. Dazwischen ist ein Bild von einer Frau.

Ich zeige auf das Bild. Er gestikuliert: „Das ist meine Frau, aber sie ist gestorben“. Er macht durch verschiedene Gesten unmissverständlich klar, dass sie jetzt tot ist. Geste zu den Augen: Er hat geweint. Dann zeigt er auf sein Herz. Sie lebt jetzt in seinem Herzen. Er zeigt Fotos, wie sie vor seinem Haus mit Infusionen auf einer Bank liegt. Dann zeigt er weiteres Foto von seiner Familie: Er zählt 1-2-3-4 Kinder, die Nummer 5 daneben, seine Frau, ist jetzt weg.

Wir sitzen eine Weile zusammen und betrachten diese Bilder – ohne Worte. Dann kommen wir an seinem Zielort an. Er packt schnell seine Sachen. Er hat einen großen Sack mit unbekanntem Gemüse dabei. In letzter Sekunde greift er in den Sack und drückt mir zum Abschied eine Art Rüben in die Hand:

Rüben

Nachdem wir 2 Tage die Rüben getragen haben, erfahren wir, dass man sie leicht pellen und roh essen kann. Sie heißen Jicama und schmecken lecker und süß.

 

Das Tuol Sleng Genozid Museum

In Phnom Penh besuchen wir das Tuol Sleng Genozid Museum. Unter der Schreckensherrschaft der Roten Khmer von 1976 bis 1979 starben vermutlich bis zu einem Viertel der Bevölkerung Kambodschas durch Hinrichtungen, Nahrungsmangel und Krankheiten. Es gab mindestens 150 Hinrichtungs- und Folterzentren, wie diese Schule, die zu einem solchen Zentrum umfunktioniert wurde.

Tual Sleng Genozid Museum

In den Gebäuden wird uns drastisch vor Augen geführt, welche Methoden die Roten Khmer anwandten – nichts für sensible Gemüter.

Es wird ganz offensichtlich Wert darauf gelegt, genau zu dokumentieren, wer die Opfer und wer die Täter waren. Da eine derart große Zahl an Menschen zu Tode gekommen ist, gibt es praktisch keine Familie in Kambodscha, die nicht betroffen ist.

Die Folterknechte  von Tuol Sleng wurden oft selbst zu den Gräueltaten gezwungen und leben zum Teil heute noch, z.B. in einer Dorfgemeinschaft, in der die Bewohner um die Vergangenheit der Leute wissen, die Täter aber heute irgendwie in die Gemeinschaft integriert sind.

In einigen Räumen gibt es Fotos von Opfern, die heute noch leben und sich bereit erklärt haben, über die damalige Zeit zu sprechen:

diese Menschen äußern sich heute …
… mit folgenden Aussagen
überlebende Kinder

In Tuol Sleng gibt es täglich ein halbe Stunde, wo sich Besucher mit Überlebenden treffen können. Wir bewundern den Mut, den die Überlebenden haben, sich auf diese Weise im Dialog mit Besuchern mit der Vergangenheit auseinander zu setzen.

Besuchszeiten für den Dialog mit Überlebenden

Wir verlassen das Museum mit großer Dankbarkeit, dass wir heute in besseren Zeit leben dürfen.

Phnom Penh

In Phnom Penh übernachten wir mit Airbnb bei Pawel und Ania aus Polen. Pawel ist Architekt für eine schwedische Baufirma. Die Beiden leben seit 3 Jahren in Phnom Penh. Wir können auf diese Weise das Leben der sogenannten Expats kennenlernen.

Da Phnom Penh klar im 21. Jahrhundert angekommen ist und Kambodscha eines der am stärksten wachsenden Länder der Region ist, kann Pawel sich als Architekt hier verwirklichen.

Seine Freundin lädt uns auf eine Bootstour auf dem Mekong ein.

Bootstour auf dem Mekong
Uferpromenade in Phnom Penh
Sonnenuntergang auf dem Mekong
werdende Skyline von Phnom Penh

Wir nutzen unseren Aufenthalt in dieser modernen Stadt, um ins Fitnessstudio zu gehen und eine überfällige Mission zu erfüllen:

In Laos erreicht uns eine Rückruf-Aktion für Martins Laptop wegen Brandgefahr. Es muß auf lose Schrauben unter dem Akku überprüft werden. Hierzu brauchen wir eine große Stadt mit entsprechender Lenovo Vertretung. Die gibt es in Phnom Penh. Als wir dort ankommen, treffen wir aber leider nur einen schlafenden Wachmann an. Der Laden ist (wegen Weltfrauentag) geschlossen. Pawel empfielt, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Wir kaufen im Baumarkt einen Satz Schraubendreher und prüfen die Schrauben selbst. Stefan, bitte das folgende Foto NICHT angucken! 🙂

Martin prüft Schrauben am Laptop

Zumindest am Laptop ist jetzt keine Schraube mehr locker 🙂

Wie reisen wir eigentlich? Teil 2, Busfahren

In allen bisherigen Ländern ist das Hauptverkehrsmittel, um von einem Ort zum nächsten zu kommen, der Bus. In Indien gibt es noch die Eisenbahn, aber wir haben es nicht geschafft, damit zu fahren. Nur einmal sind wir in Myanmar ein Stück mit dem Zug gefahren. Das geht mit höchstens 50 km/h, da sich die Wagen sonst zu stark aufschaukeln.

Unsere Rucksäcke an der Haltestelle Sauraha, Nepal
Geschäfte am Busbahnhof in Laos
Busbahnhof in Oudom Xay
Fahrplan in Nong Khiaw

Busse starten normalerweise an Busbahnhöfen. In Nepal, Myanmar und Kambodscha ist es üblich, dass die Unterkünfte den Touristen die Bustickets organisieren. In Indien, Thailand und in Laos kann man Tickets an den Busbahnhöfen kaufen.

Vom Busbahnhof zur Unterkunft geht es entweder zu Fuß oder für wenige Euro mit dem Tuk-Tuk (Auto-Rikscha). In Champasak wurden wir mit dem Boot vom privaten Steg unserer Unterkunft abgeholt 🙂 Manchmal ist Pickup von der Unterkunft mit im Preis inbegriffen.

Tuk-Tuk fahren in Gorakhpur

In allen Ländern kann man auch vorbeifahrende Busse anhalten und (gegen Bezahlung) mitfahren. Genauso kann man sich jederzeit irgendwo absetzen lassen. Wir nutzen das gerne, wenn unsere Unterkunft in der Nähe der Busroute liegt und sparen auf diese Weise das Tuk-Tuk vom Busbahnhof.

In Thailand und Laos gibt es zusätzlich Songthaew, d.h. umgebaute Pickups. Diese fahren zu festen Preisen und man kann überall ein- und aussteigen.

Songthaew von der Grenze nach Houayxay

Unsere gesamten Fahrkosten, inkl. Transport von/zur Unterkunft:

Nepal: 140 Euro / 26 Tage

Indien: 600 Euro (durch privaten Fahrer. Das würden wir heutzutage nicht mehr so machen. Man kommt zwar schnell voran, ist aber zu stark „abgeschirmt“ von der Bevölkerung.)  / 18 Tage

Myanmar: 200 Euro / 23 Tage

Thailand: 60 Euro / 15 Tage

Laos: 260 Euro / 29 Tage

Kambodscha: bisher 100 Euro, geschätzt: 170 Euro / 22 Tage

Straßen in Myanmar werden fast ohne Maschinen gebaut, Helfer sortieren den Schotter von Hand. Dann kommt eine Walze und zum Schluß werden Teerfässer auf Holzfeuern erhitzt und der Teer mit Schaufeln über die Straße verteilt. Die Qualität der Straßen ist dafür erstaunlich gut.

Straßenbau in Myanmar

Wir benötigen typischerweise für 100km ca. 2 Stunden, in Nepal dauert es auch schonmal 3 Stunden.

Säcke im Bus in Nepal
Diese Schüler werden nach der Schule abgeholt

Andere Reisende berichten davon, dass es gelegentlich Verzögerungen durch Pannen am Bus gibt. Das passiert natürlich nur den anderen – uns doch nicht:

Bus-Reparatur

Schnell den Werkzeugkasten ausgepackt und den Bus wieder geflickt. Der kurze Stopp reicht aber, um im Bus Sauna-Temperaturen entstehen zu lassen. Umgekehrt haben einige Busse derart kalt eingestellte Klimaanlagen, dass wir unsere Jacken ausgepackt haben.

Die Fahrt nach Kong Lor (Laos) ging überwiegend mit Songthaew:

Unser Songthaew nach Kong Lor
Bushaltestelle Nahin, Laos
Verladen der Hühner
Hühner und Enten auf dem Trittbrett

Das sind aber noch nicht alle Hühner. Der Bauer hat noch weitere 4 Pappkartons, die unter die Bänke der restlichen Passagiere gestellt werden. Das führt für die nächsten 3 Stunden zu Gegacker im Fußraum bei jedem größeren Hubbel. 🙂

Rückfahrt von Kong Lor
Rückfahrt von Kong Lor
Unser Bus von Houayxay nach Luang Namtha
Unser Bus von Luang Prabang nach Phonsavan

Zweimal steigen wir in einen Doppeldecker chinesischer Bauart.

Chinesischer Doppeldecker

Komisch, daß die Passagiere nur oben sitzen. Dann fällt uns auf, dass das gesamte untere Deck für Fracht reserviert ist. Auf dieser Fahrt wird u.a. ein kompletter vorgezimmerter Dachstuhl und ein Motorrad transportiert.

Im Laderaum des chinesischen Doppeldeckers
Ein anderer Motorrad-Transport
So kann man auch Motorräder transportieren
Manchmal ist es im Bus recht laut

In Pakse steht an unserem Hotel ein altes Tuk-Tuk. „Oh, wie nostalgisch!“ denken wir – und finden uns am nächsten Tag auf genau diesem Gefährt zum Busbahnhof wieder.

Unser Tuk-Tuk

Bus fahren

Wenn man sich einmal an diese Art Busreisen gewöhnt hat, geht es erstaunlich gut. Für uns gehört Busfahren zum „Reise-Alltag“. Die Einheimischen helfen gerne und dank google maps, steigt man auch nicht aus Versehen in der Pampa aus.