Route Kolumbien

Reiseroute in Kolumbien
Reiseroute in Kolumbien

Bogotá

Wir fliegen nach Bogotá, Kolumbien. Da uns viele Reisende begeistert von Kolumbien erzählt haben, sind wir neugierig auf dieses Land. Die Leute sind sehr gesprächsbereit und wir bekommen reichlich Tipps, was wir uns hier in Bogotá ansehen sollen. Als erstes steigen wir auf den Monserrate, den man von überall in Bogotá aus sehen kann.

auf dem Weg auf den Berg Monserrate
Blick von Monserrate, runter geht’s mit einer Seilbahn bzw. Zahnradbahn
Bogotá von oben
Park auf Monserrate

Dann laufen wir durch La Candelaria, das touristischste Viertel von Bogotá.

Straße in La Candelaria, Bogotá
eine bunte Tür für Lars
Straßenbahnwagen mit Autoreifen

La Candelaria gilt ab Sonnenuntergang als gefährlich. Wir wohnen aber in einem anderen (recht wohlhabenden), sicheren Viertel (Teusaquillo).

jede Menge Tauben auf dem Plaza Bolívar
Martin und die Rosenkranzverkäuferin
Straße in Bogotá
Straßenhändler
dieses alte Pärchen verdient Geld mit Tango

Wir besichtigen das Polizeimuseum. Hier erhalten wir eine Führung. Die Polizistin erklärt uns, wie sehr sich Kolumbien geändert hat, seitdem gewisse Drogenbarone verhaftet bzw. erschossen wurden. Sie erklärt uns auch, wie sich der Friedensprozess mit den Rebellen (FARC) auf das Land auswirkt. Immer wieder weist sie darauf hin: „Colombia has changed!“. Durch den Frieden sind z.B. Programme möglich, die ausländische Investoren anziehen sollen. In vielen Teilen des Landes und in großen Teilen von Bogotá ist es heute sicher. Viele Probleme und Schrecken des jahrzehntelangen Bürgerkriegs sind noch nicht lange her, aber die Kolumbianer haben große Hoffnung.

Schreibtisch von Pablo Escobar
Gitarre aus einem Gewehr

Es gibt einen Saal, wo die Waffen ausgestellt sind, die die Polizei konfisziert hat.

wo kommen diese Waffen her???
Blick auf Monserrate vom Polizeimuseum

Unser momentaner Eindruck (durch Gespäche mit Leuten) ist: Etwa die Hälfe der Bevölkerung befürwortet den Frieden (in den ländlichen Gebieten, in denen die Bevölkerung unter den Rebellen und Paramilitärs gelitten hat), während die andere Hälfte (in den Städten, wo die Bevölkerung wenig Berührung mit dem Bürgerkrieg hatte) es ablehnt mit den Terrorgruppen zu verhandeln.

Wir bleiben länger in Bogotá, um den Auto-freien Sonntag mitzuerleben. Hier werden wöchentlich bis zum frühen Nachmittag viele große Avenues für Autos gesperrt und die halbe Stadt ist mit dem Fahrrad unterwegs. Wir radeln in den Parque Simón Bolivar.

Auto-freier Sonntag in Bogotá
Pferde mitten in Bogotá
Muskelmänner im Parque Simón Bolivar
Aerobic

In unserem Hostel lernen wir Katherin kennen, die demnächst für ein Jahr nach Deutschland geht. Da die Eltern besorgt sind, dass es in Deutschland gefährlich ist, laden sie uns zu sich nach Hause ein. „Gibt es noch viele Nazis in Deutschland? Könnt Ihr Euch ein bisschen um unsere Tochter kümmern?“. Sie sind eine sehr herzliche Familie. Wir dürfen Panela probieren. Das ist ein heißes Zuckergetränk mit einem Löffel löslichem Kaffee, serviert mit mildem Käse und Weißbrot. Man wirft die Käsestücke in die „Panela“ und läßt sie schmelzen. Dann kann man sie herauslöffeln. Das Weißbrot wird ebenfalls in die Panela getunkt – seeehr merkwürdig! 🙂

Katherins Familie

Salento

Insgesamt 12 Stunden Busfahrt bringen uns ins kolumbianische Kaffee-Dreieck, nach Salento. Etwa 3,5km vom eigentlichen Ort entfernt quartieren wir uns in einem Hostel ein. Wir genießen die gute Luft und die Dschungelgeräusche beim Einschlafen. Zum Essen müssen wir ca. 20 Minuten laufen, um zur „Mama“ zu kommen. Sie hat einen kleinen Laden und kocht für uns. Es gibt immer eine Suppe und typisch kolumbianische Hausfrauenkost (Reis und Gemüse, wahlweise mit gebratenem Fleisch und Lulo- oder Mora-Saft).

Blick von unserem Balkon
Kuh-Bohnen

Wir haben die Gelegenheit, einen Tag auf Jaimes Kaffeefarm zu verbringen. Er lebt allein und genießt es, Besucher auf seiner Farm zu haben. Unter seiner Anleitung können wir jeden Schritt der Kaffeeherstellung selbst durchführen. Seine Farm erzeugt alle 3 Monate ca. 1,5 Tonnen biologisch angebauten, hochwertigen Kaffee.

Martin und Jaime
Kaffeeblüte
Sabrina, die Kaffeepflückerin
Kaffeekirschen

Nach gut zwei Stunden Kraxeln durch den Hang haben wir unsere heutige Ernte:

unsere Ernte

Während wir Kaffeekirschen pflücken, kocht Jaime für uns:

beim Mittagessen
Sabrina schält die Kaffeebohnen
Kaffeebauer Martin trocknet die Bohnen

Das Fruchtfleisch der Kaffeekirschen wird als Dünger verwendet. Darin gedeihen auch die regelmäßig neu gezogenen Setzlinge. Für jeden Besucher gibt es einen neuen Kaffeebaum. Unserer heißt Marina (Martin + Sabrina). 🙂

wir dürfen uns ein Pflänzchen aussuchen
unser Pflänzchen wird in Nährboden gesetzt
unser neuer Kaffeebaum
beim Sieben

Für hochwertigen Kaffee werden die schlechten Bohnen von Hand aussortiert.

beim Sortieren
Trennen der Haut von den Bohnen
so kann man die Schalen wegblasen
Rösten im Wok
mittlere Röstung

Nur der schlechte Kaffee wird in Kolumbien dunkel geröstet. Eigentlich muss der Kaffee danach ca. 11 Stunden ruhen. Aber wir mahlen ihn kurz nach der Röstung. In Kolumbien wird der grob gemahlene Kaffee mit einem Stofffilter gerne zu „Té de Café“ aufgebrüht. Das ist eine Art Tee mit Kaffeegeschmack.

Mahlen
Jaimes Kaffeefarm
beim Kaffee verkosten

Am Nachmittag fliegen überall Kolibris herum. Jaime hat extra Zuckerwasserbehälter aufgestellt. Aber die Kolibris gehen genauso gerne an die Blüten der Büsche und Bäume. Es ist echt schwer die kleinen Flitzer zu fotografieren!

ein Kolibri

Am nächsten Tag machen wir eine Wanderung an einem Fluss zu einem Wasserfall. Die Hunde unseres Hostels scheinen uns ins Herz geschlossen zu haben und kommen die gesamte Wegstrecke (15km) mit.

ein Haus nahe des Flusses
Martin und unsere Begleiter
Libellen

Obwohl wir nur drei Nächte bleiben, kennt man uns im „Dorf“. Wenn wir an Jaimes Farm vorbeikommen, dürfen/müssen wir kurz bleiben, um Limonade zu trinken. Unsere „Mama“ lächelt, wenn sie uns sieht: „Abendessen diesmal mit oder ohne Fleisch?“. Wie alle Südamerikaner können es die Kolumbianer nur schwer verstehen, dass wir nicht zu jeder Malzeit eine ordentliche Scheibe Fleisch essen. „Wenigstens Hühnchen? Nein? Aber Ei ist ok, oder?“.

Wir fahren zurück nach Salento, um dort einen Ausflug ins Cocora Valley zu unternehmen. Dies ist bekannt für die hohen, alles überragenden Quindio Wachpalmen (ein Wahrzeichen von Kolumbien). Ein Jeep (Willys) bringt uns zum Anfang des Tals. Pro Jeep fahren immer 12 Personen mit. Zwei stehen die gesamte Fahrt über auf dem hinteren Trittbrett.

Willys zum Cocora Valley
Cocora Valley
eine gelbe Raupe auf einem Pferdeschwanz
„Brücke“
Cocora Valley
ohne die komischen Palmen sähe es aus, wie in der Eifel 🙂
ein Milchbauer

Wieder in Salento:

Jeep-Ladung
Ausblick von Salento (in ein anderes Tal)

Am Sonntag Morgen (noch früh):

Shopping Straße in Salento
blaue Türen für Lars
Salento Plaza
dekoriertes Haus 🙂
im Café Jesús Martín

Manizales und Salamina

Wir bleiben im Kaffee-Dreieck und fahren in die Stadt Manizales.

Platz im Stadtzentrum von Manizales
im Zentrum von Manizales

Die Kolumbianer essen (fast) alles mit Käse: Kuchen, Eis, Obst…

gebratene Banane: Con Queso und Sin Queso

In Manizales gibt es eine Kathedrale, die komplett aus Beton hergestellt wurde. Der Beton ist größtenteils im Rohzustand belassen und verleiht der Kathedrale eine besondere Schönheit. Wir nehmen an einer Tour teil und besteigen den Turm.

Fenster in der Kathedrale von Manizales
Innenansicht der Kathedrale
Bögen aus Beton
Dach aus Beton
der Turm der Kathedrale
Treppenaufgang im Turm
Blick von der Aussichtsplattform
Manizales von oben
Manizales
ein Obstladen
Seiltänzerin
Sonnenuntergang in Manizales
Blechdächer

Unser Hostel ist eine echte Besonderheit. Als wir ankommen ist gerade Geek-Con, eine Convention mit kostümierten Comic Fans. Im Hostel wimmelt es von Geek Con Besuchern: Star Wars, Harry Potter und am nächsten Tag Batman und Superman. Die Hostelbesitzer sind stolz auf ihren Kaffee und nehmen mit einem „Breaking Bad“-Kaffeestand an der Convention teil. Wladimir geht seit einem halben Jahr zu einer Barista-Schule und bereitet uns morgens zum Frühstück extrem leckeren Kaffee. Er bringt mir (Martin) bei, wie man Kaffee mit einer Aeropress macht. Die Familie hat eine eigene Kaffee-Farm. Ihr Kaffee hat 84/100 Punkte auf der Skala der Specialty Coffee Association of America. Dass wir so etwas überhaupt probieren können!

Martin macht Kaffee mit der Aeropress
Breaking Bad Coffee

Dann geht es weiter nach Salamina. Ich (Sabrina) habe Geburtstag und unser Host backt extra für mich einen Bananenkuchen.

Sabrina schneidet den Geburtstagskuchen an

Das Hostel liegt ca. 2,5km außerhalb von Salamina – ein bisschen in der Wildnis.

Hühner auf der Veranda unseres Hostels
und der Hahn – und noch einer 🙂
Sabrinas Leseplatz

In Salamina sind wir die einzigen Touristen. Das Dorf ist völlig unberührt vom Tourismus.

Salamina
„Fahrzeuge“ in Salamina
typische bunte Fassade
Salamina
Salamina
hier essen wir lecker zu Mittag
Guadua, kolumbianischer Bambus

Nachdem unser Host am ersten Abend für uns gekocht hat, gibt es von uns am zweiten Abend deutsche Bratkartoffeln. Das scheint Unmengen an Ameisen und Kakerlaken anzulocken. Harmlos: Nach 1 Stunde verschwinden sie wieder im (tropischen) Garten.

Ameisen fressen eine Kakerlake

In den Homestays der vergangenen Wochen leben wir  jeweils für ein paar Tage mit den Kolumbianern zusammen. Sie sind so offen und herzlich, dass wir das Leben der Menschen hier kennenlernen können.

Medellin

In Medellin verbringen wir 3 Nächte in Laureles, einem wohlhabenden und sehr grünen Viertel (grüner als Singapur).

sowas gibt es in unserem Hotel in Laureles

Medellin galt früher als die gefährlichste Stadt der Welt. Heute hat sich die Stadt total verändert und sogar eine Auszeichung für ihre Entwicklung bekommen.

Wir fahren mit der Metro und dann zweimal mit einer Seilbahn in den 1000m höher gelegenen Parque Arví. Hier gibt’s erstmal lecker vegetarisches Essen bei einer äußerst herzlichen „Mama“.

vegetarisch essen bei Mama (im Hintergrund)
neue Farnblätter entfalten sich
Martin im Dschungel
der perfekte Pilz
Dschungel im Parque Arví
Seilbahn in Medellin

Am nächsten Tag nehmen wir an einer walking tour durch das Zentrum von Medellin teil. Unser guide erzählt, wie er und seine Familie Ende der 80er Jahre selbst Opfer von kriminellen Banden in Medellin geworden ist. Hier am Plaza de Cisneros sieht man wie die Stadt die Zustände verbessert hat. Besonders wichtig für die Verbesserung der Situation war die Schaffung von Wohnraum und kostenlosem Zugang zu Bildung.

Plaza de Cisneros
im Palacio Nacional

Nahe der Kirche Veracruz sehen wir (auch aufgrund der venezulanischen Flüchtlingskriste) viele arme Leute und einige Prostituierte.

nahe der Iglesia de la Veracruz

Der „Opa“ rät uns keine Cola zu trinken, dass sei ungesund und rät zum Orangensaft bei der Verkäuferin an der Ecke.

der „Opa“ gibt uns gute Ratschläge (rechts)

Botero wird in Kolumbien überall verehrt. Er hat der Stadt Medellin viele Skulpturen geschenkt.

Botero Statue
Männer nahe dem Palacio Cultura
Botero Plaza
Palacio Cultura

Im San Antonio Park wurde eine Botero Skulptur durch einen Anschlag zerstört und mehrere Personen kamen ums Leben. Botero stiftete darauf hin eine neue und sorgte dafür, dass die beschädigte Skulptur auf dem Platz bleiben konnte.

San Antonio Park
grüne Straße in Laureles

Auf uns wirkt Medellin wie eine schöne und moderne Stadt mit guter Infrastruktur, in der wir uns sehr wohl fühlen.

Sicherheit in Südamerika

Frage: Was tun wir für unsere Sicherheit in Südamerika?

Im Gegensatz zu Asien gibt es Viertel in den größeren Städten Südamerikas, die als gefährlich gelten. Wir hören auf den Rat der Einheimischen und halten uns von diesen Vierteln fern. Das gilt z.B. für La Boca, Buenos Aires, ab 19 Uhr und für Cochabamba am Busbahnhof.

Auf dem Land kann man sich ohne Bedenken bewegen. Oft schließen die „locals“ noch nicht einmal ihre Häuse ab. Alle sind jederzeit willkommen.

In stark frequentierten Straßen und Plätzen kann es dazu kommen, dass Diebe versuchen Passanten das Handy zu entreißen. Hier sorgen wir dafür, daß unsere Wertsachen gut verstaut sind, um keine Gelegenheit aufkommen zu lassen. An Busbahnhöfen ist angeraten, gut auf das Gepäck aufzupassen. Hier berichten uns andere Reisende von Trickdiebstahl.

In ganz Südamerika wird zur Vorsicht bei Taxifahrten geraten und nur mit renomierten Taxi-Unternehmen zu fahren, denn manche sogenannten Taxifahrer sind in Wirklichkeit Kriminelle oder arbeiten mit welchen zusammen. Für uns Touristen ist es aber schwer zu erkennen, ob ein Taxi sicher ist oder nicht. Unsere Lösung: Wir fahren eigentlich nie Taxi, sondern „collectivo“, d.h. Sammeltaxi mit möglichst vielen Einheimischen. Ich (Sabrina) habe da eine Guerillia-Technik entwickelt:

„Hey Martin, lass uns hier einsteigen, ich habe da ein Schild auf dem Auto gelesen!“

„Hä?“ – Die collectivos haben in der Windschutzscheibe Schilder in welche Stadtteile sie fahren. Wir fahren dann mit google-maps solange, bis wir uns wieder von unserem Ziel entfernen und steigen dann bei nächster Gelegenheit aus. Dann sind es meist nur noch wenige Meter bis zum Ziel (z.B. unserer nächsten Unterkunft).

„Martin, sag' mal dem Fahrer, dass wir aussteigen wollen!“ – „Bahamos, por favor“. Man kann nämlich in Südamerika (wie auch schon in Asien) überall ein- und aussteigen, nicht nur an offiziellen Haltestellen.

Generell fahren wir nicht in unsichere Gegenden, z.B. in den Norden/Nordosten Perus (wo derzeit Ausnahmezustand herrscht) oder in die Koka-Anbaugebiete Kolumbiens.

Ansonsten haben wir die Erfahrung mit den Landsleuten gemacht, dass diese äußerst vertrauenwürdig sind. Außer bei kleinen „Gringo“-Zuschlägen im 1-Euro-Bereich sind wir auch immer gut und ehrlich behandelt worden.

Es scheint, dass Südamerika in Europa als ziemlich gefährlich gilt. Wir haben aber niemanden unter den anderen Reisenden getroffen, dem etwas passiert ist (außer Trickdiebstahl ausgerechnet in Chile, dem sichersten Land Südamerikas). Zudem begegnen wir häufig alleinreisenden Frauen, die auch nur positives berichten.