Martin und das Ei

In Indien sind fast alle Restaurants „Pure Veg“. Vegetarisch finden wir gut. Was das allerdings genau bedeutet lernt Martin durch das Ei. Wir sind mit unserem Fahrer Rinku unterwegs und halten an einer kleinen Bude um einen Kaffee zu trinken. Da fällt Martin ein, dass er ja noch ein Ei im Auto hat und das jetzt gut essen könnte. Also holt er es und fängt an, es im Restaurant zu pellen. Es dauert nicht lange, da stehen um ihn mindestens 9 Inder und schauen mit großen Augen zu. Wir finden das nicht weiter ungewöhnlich, denn so ähnlich geht es uns häufiger. Ungewöhnlich ist nur, dass Rinku unsere Rechnung bezahlt und auch noch die nachträglich gekauften Kekse. Im Auto werden wir aufgeklärt: In Indien essen Vegetarier auch keine Eier, denn da ist ja potenzielles Leben drin. Unter gar keinen Umständen darf man ein Pure Veg Restaurant mit einem Ei verunreinigen. Und von jemandem, der gerade ein Ei gegessen hat, darf man auch kein Geld annehmen.

Entwicklung

Wir fragen uns, warum die Weltreisenden, deren blog wir vor der Reise gelesen haben, sagen, dass das Schwierigste nicht das Losfahren oder die Reise selbst, sondern die Rückkehr in die Heimat ist. Unsere vorläufige Antwort: Im Urlaub freut man sich irgendwann wieder auf bestimmte Umstände zuhause. So sehr man den Urlaub vielleicht genießt, wartet man doch darauf, dass man diese Umstände wieder zurück hat. Diejenigen, für die die Rückkehr in die Heimat schwierig ist, haben sich möglicherweise von diesen Umständen vollständig gelöst und warten nicht mehr. Dies ist ein Entwicklungsschritt, den wir auch gehen wollen.