Unser Essen in Asien

Die Asiaten verschwöhnen uns sehr. Das gilt auch für das Essen. Wir bevorzugen Restaurants, in denen auch die Einheimischen essen. Besonders gerne gehen wir auf Nachtmärkte und in Garküchen. Hier gibt es immer wieder interessante Dinge zu probieren.

„Hey Sabrina, willst du dies hier mal probieren? Schmeckt echt scheußlich!“

Und scharf ist das Essen in Asien, besonders in Thailand und Indonesien.

scharf

In jedem Land haben wir unsere Favoriten und Scheußlichkeiten. Wir versuchen möglichst vegetarisch zu essen, was in vielen Ländern gut funktioniert, außer in Nord-Thailand.

Das gibt es sehr oft: Gemüse und Suppen
leckere Gemüsesuppe mit Nudeln

Es gibt Dinge, die wir erst gar nicht probiert haben:


  • Hühner und Entenfüße (Thailand)

  • 4cm lange geröstete Maden (Thailand)

  • geröstete Insekten (Laos, Thailand, Kambodscha)

  • Diverse Innereien (ganz Asien)

  • gegrillte Wachteln (Thailand)

  • Mini-Pfannkuchen aus Vogeleiern (Myanmar)

Insekten an einer Bus-Raststätte
Spinnen und Schlangen in Siem Reap

Zu den scheußlichen Dingen, die wir auch probiert haben, gehören:


  • sauer eingelegte Mangostücke aus dem Seven Eleven (Thailand)

  • Diverse Süßigkeiten: Reinbeißen und sofort wegwerfen (*) (ganz Asien)

  • Kekse mit überraschend starkem Zwiebelaroma (Myanmar)

  • Birnenmilch-Shake aus Kondensmilch (Laos)

  • aromatisierte Milchproduke – wie aus der Chemiefabrik (ganz Asien)

  • Tofu mit Kuhfladen- oder Schweinedung-Aroma (Singapur, Indonesien)


(*) Das gilt übrigens auch für diverse Spieße mit komischer Wurst, Fleisch- oder Fischbällchen (ab Myanmar bis Indonesien)

Das sieht ja eigentlich ganz lecker aus:

scheußliche Nachspeise in Kambodscha

In Myanmar gibt es Soßen, deren Fisch 6 Monate lang gammeln lassen wird und undefinierbar eingelegte Gemüse mit Fischgeschmack.

im Hintergrund: fieseste Fischsoßen im besten Restaurant in Hpa-An, Myanmar

In Thailand essen die Leute als Beilage gemahlenes Schwein, in Indonesien gemahlenes Rind:

zu Fäden gemahlenes Rind, süßlich

Man kann dort Pfannkuchen bestellen mit: Schokosoße, Erdbeeren, Kondensmilch oder gemahlenem Schwein (süß).

In Nepal gibt es eigentlich fast immer Dal Bhat, was meistens sehr lecker ist.

Dal Bhat, nepalesisches Nationalgericht
Kochen mit Lukesh am Mohare Danda, Nepal

Lieblingsgetränk in Indien und Nepal: Honey-Ginger-Lemon Tee (Sabrina) und Masala Tee (Martin). In den wärmeren Gebieten gibt es fast überall Fruchsäfte und Kokusnüsse zum Trinken, die man danach auslöffeln kann, um das weiche, noch unreife Fruchtfleisch zu verspeisen.

Sabrina beim Kokosnuss-Auslöffeln in Hua Hin

Besonders lecker finden wir Kokospfannkuchen (in allen Ländern ab Myanmar) und Sticky Rice mit Mango (Thailand, Laos, Kambodscha, Malaysia).

Mango Sticky Rice

In Myanmar finden wir die Shan Küche äußerst lecker.

Shan-Nudelsuppe in Myanmar

Die besten Momos essen wir an einem Straßenstand in Delhi (und nicht in Nepal!).

Momos

Dafür gibt es in Nepal komischerweise viel leckere Samosas als in Rajasthan / Indien.  Und in Nargakot im Family-Restaurant (unserem Lieblings-Restaurant in Nepal) essen wir die allerbeste Tomatensuppe der Welt.

Lieblings-Curry: Massaman-Curry, eine Mischung aus indischem und thailändischem Curry (Sabrina) und thailändisches grünes Curry (Martin).

Unser Lieblingsgericht in Laos: Jeow Mak Keua, ein Auberginen Dip mit sticky rice. Njam, njam!

typischer sticky rice mit Jeow Mak Keua in Laos

In Malaysia lernen wir die Nyonya/Peranakan Küche, also die Küche der ersten chinesischen Einwanderer, kennen. Besonders lecker: Jackfruit Curry.

In Laos haben wir in „The Boat Landing “ übernachtet und – nachdem wir das Essen im Restaurant probiert haben – nirgendwo anders mehr gegessen. The Boat Landing gehört offiziell zu den 10 besten Restaurants in Laos. Ähnlich gut ging es uns im „Moon 2“ in Bagan (Myanmar). Wie kann man nur ein derart leckeres Gemüse-Curry kochen?! Und das Essen im Hujan in Ubud auf Bali ist so lecker, dass wir am ersten Abend gleich einen Tisch für den zweiten Abend reservieren. Ich (Sabrina) kann im „Green Tiger“ in Chiang Mai so richtig schlemmen, da es dort veganes Schoko- und Vanille-Eis gibt.

Wir geben zu: wir sind zwei richtige Leckermäulchen. 🙂

Bald werden wir Asien verlassen. Wir sind gespannt, wie es uns in anderen Teilen der Welt gehen wird.

Zwischenbilanz

Wir sind jetzt über ein halbes Jahr unterwegs. Hier eine Zwischenbilanz:

- Langzeitreisen ist nicht wie Urlaub. Im Urlaub will man von zuhause möglichst wenig wissen. Auf unserer Reise kommen die Verpflichtungen in Bonn mit. Wir haben einen Modus gefunden, wie wir alles miteinander verbinden können. Das mussten und müssen wir aber erstmal lernen. Langzeitreisen ist viel anstrengender als gedacht.

- Viele Überlegungen sind langfristiger. Wir gehen z.B. vorsichtiger mit unserer Ausrüstung um, da sie ein Jahr halten muß. Wir können auch nicht 1 Jahr auf Salat und Vitamine aus Angst vor Keimen verzichten. Wir sind auch sparsamer als im Urlaub.

- Es wird uns viel mehr bewusst, wie gut wir es zuhause in Bonn haben: Trinkwasser aus dem Hahn, angenehmes, mildes Wetter, gute Straßen, unsere Lieblingsspeise jederzeit verfügbar, etc. Aber auch, wie leicht es zuhause ist, unsere Freunde zu treffen.

- Nach einigen Monaten verliert sich das Gefühl des leisen Wartens: „Bald geht es wieder nach Hause“, „Nächste Woche ist alles wieder normal“. Das Wort „normal“ verliert an Bedeutung. Wir lernen, uns stärker auf die lokalen Gegebenheiten einzulassen. Im Urlaub kann man vieles eine zeitlang „ertragen“. „Ertragen“ geht langfristig aber nicht. Wir sehen eher das Positive und halten uns nicht lange mit Negativem auf. Jammern und Hadern würde vermutlich dazu führen, dass wir unsere Reise abbrechen würden.

- Das letzte halbe Jahr dürfte unseren Charakter ordentlich verdorben haben: So viele schöne Dinge erleben zu dürfen. Da wird uns der Alltag in Deutschland bestimmt schwer fallen.

- Die Denkweise wird globaler. Deutschland und Europa sind nicht mehr so stark das Zentrum der Welt. In Asien gibt es z.B. kaum Vorschriften. Das erleichtert den kleinen Leuten den Markteinstieg. Es fällt uns auf, wie sehr wir Westler unsere Werte auf andere Länder übertragen. Und wenn andere unsere Werte nicht annehmen wollen, dann heißt es: „Sie sind noch nicht so weit“.

- Wir lieben Asien. Hier werden wir von den Menschen auf Händen getragen. Die Hilfsbereitschaft, aber auch die Offenheit der Leute ist enorm! Den Asiaten ist der zwischenmenschliche Kontakt viel wichtiger als uns Europäern. Sie jammern und beschweren sich nur selten, sondern finden sich mit ihrer Situation ab. Das heißt aber nicht, dass sie nicht versuchen, die Situation zu verbessern. Wir sind gespannt, wie die Mentalität in anderen Teilen der Welt ist.

- Wir haben in Asien 200 Tage verbracht. Das hat (für uns beide zusammen) insgesamt 15.120,- Euro gekostet, also ca. 75,60 Euro pro Tag, inklusive aller Flüge, Visa, Unterkünfte, Essen, Unternehmungen, Besichtigungen und sonstiger Kosten.

- Unsere Reise holt uns aus der Komfortzone. Wir müssen uns ganz ordentlich strecken und dazulernen. Die besten Erfahrungen machen wir, wenn wir dem nicht ausweichen.

- Wir sind sehr dankbar für die viele Unterstützung, die wir von zuhause erfahren. Besonders dankbar sind wir den vielen guten Geistern, die uns von Bonn aus unterstützen und denjenigen, die uns gelegentlich schreiben.