Route Mexiko 2

Reiseroute in Mexiko 2
Reiseroute in Mexiko 2

Palenque

Wieder in Mexiko, ist unsere erste Station Palenque, bekannt für seine Maya-Ruinen. Hier kommen wir aus Guatemala nach einer langen Fahrt mit mehreren Colectivos (Sammeltaxis) erst am Abend an.

Palenque, Palastruinen
Temple of the Inscriptions
Palace Observation Tower
Ruinen

Auf dieses Bett legten die Mayas Baumwolle und Leder:

steinhartes Bett 🙂
Ruinen
Fenster
Aquädukt, ehemals unterirdisch
Temple of the Cross
Maya-Inschriften
der Schamane raucht sich einen 🙂

Das erste Mal auf unserer Reise nehmen wir uns vor Ort einen „guide“ und lassen uns durch die Ruinen führen. Der ist so begeistert, dass er mit uns auch noch einen kleinen Abstecher in den Dschungel macht.

Elefantenohren
Abenteurer im Dschungel 🙂
kleine Kakao-Früchte
Symbiose zwischen Baum und Kaktus

Die nächste Station ist San Cristobal de las Casas. Dort wollen wir mit den Mexikanern den „Day of the Dead“ erleben – mit ein Grund, weshalb wir so schnell aus Guatemala abgereist sind. San Cristobal ist Luftlinie 100km weg in den Bergen. Es gibt zwei Möglichkeiten dorthin zu fahren: Auf dem direkten Weg mit den locals mit dem Colectivo (220km, 5-6 Stunden) oder einen Riesenumweg mit anderen Gringos mit dem Bus (450km, 9 Stunden). Der Weg mit den Colectivos gilt als „nicht sicher“. Wir fragen drei Einheimische. „Kein Problem, könnt ihr fahren“. Der dritte ruft bei der Polizei an. „Ja, könnt ihr fahren, aber nur von 6 Uhr bis 15 Uhr“. Ich (Sabrina) lese im Internet von 2 erschossenen Radfahrern, mehreren Raubüberfällen und Straßenblockaden mit Wegegeld. Klingt nicht vertrauenserweckend. Also fahren wir zähneknirschend die lange Strecke mit dem Bus. In San Cristobal sieht man das anders: Es werden Touren zu Maya-Ruinen auf genau der „unsicheren“ Strecke angeboten. Haben wir uns also umsonst Sorgen gemacht?

Day of the Dead

Die Mexikaner feiern den "Day of the Dead" (Dia de Muertos) drei Tage lang. Der erste Tag, der 31. Oktober, ist den verstorbenen Kindern gewidmet. An diesem Tag sehen wir in San Cristobal besonders viele möglichst gruselig verkleidete Menschen, besonders Kinder. Die laufen nämlich von Haus zu Haus und singen. Als Belohnung gibt es Süßigkeiten – ganz ähnlich dem Sankt Martins Singen bei uns. Der zentrale Platz in der Altstadt ist voll von Totenmotiven z.B. Totenköpfe aus Blumen. Es herrscht allgemeine Feierlaune. Die Atmosphäre ist fröhlich, aber mit einer großen Achtung für die Tradition – nicht mit dem Halloween-Klamauk bei uns zu verwechseln.

Kinder im Day of the Dead Kostüm
Totenkopf aus Blumen
ein Hund

Wir sehen einen Teil einer Aufführung über die Isla de las Muñecas, einem der gruseligsten Orte der Welt.

Zum Fest gibt es das Brot der Toten – sehr lecker!

Pan de Muerto
Pan de Muerto

Während des Day of the Dead ist auf den Friedhöfen in Mexiko Hochkonjunktur. Die Familien treffen sich am Grab der Verstorbenen, bauen dort kleine Altare auf und verbringen den Tag mit den Toten. Traditionell ißt man dann dort das Lieblingsgericht des Verstorbenen. Aber es gibt auch jede Menge Bier und Süßigkeiten. Wir sehen den Leuten an, wie sie das gemeinsame Beisammensein genießen. Am 1. November (der den verstorbenen Erwachsenen gewidmet ist) besuchen wir den Friedhof von San Cristobal. Die Gegend hier ist dafür bekannt, dass der Day of the Dead noch ganz traditionell gefeiert wird.

Blumenhändler am Friedhof
Stände am Friedhofseingang
buntes Treiben auf dem Friedhof
La Catrina
Eisverkäufer auf dem Friedhof
Blaskapelle
Gräber
Blumenkreuz und Tannennadeln
geschmückte Gräber

Am 2. November fahren wir in das Dorf Chamula. Hier leben die Tzotzil, die der spanischen Eroberung getrotzt haben und ihre Traditionen stärker bewahren konnten. Die Leute sind seit 6 Uhr morgens auf dem Friedhof. Manche sind echt betrunken 🙂 Den ganzen Tag über leuten die Kirchenglocken.

Kirche in Chamula
der Eingang der Kirche
Glockenläuten
Straße in Chamula
Kapelle an den Gräbern
Vitamine und Getränke für den Toten
Festivitäten auf dem Friedhof
der Friedhof von Chamula
Harfen der Tzotzil
Musikanten kehren vom Friedhof zurück

Festlichkeiten auf dem Friedhof

Schon in Myanmar haben uns zwei Mexikaner von Day of the Dead und der besonderen Beziehung der Mexikaner zum Tod erzählt. „Seht Euch unbedingt den Film “Coco„ an, dann versteht ihr die Seele der Mexikaner!“ Den müssen wir uns unbedingt ansehen, wenn wir wieder in Deutschland sind.

 

San Cristobal

San Cristobal de las Casas ist eine wunderschöne Stadt auf ca. 2200m Höhe. Hier ist es angenehm kühl.

Straße in San Cristobal
Dekoration an der Hauswand

Der VW Käfer wird in Mexiko noch bis 2019 hergestellt und wir sehen ihn oft in den Straßen.

Straße in San Cristobal
Blumenladen
Hühnerverkäufer auf dem Markt
Bohnen
Chilies
Gewürze
Hühner, diesmal schon tot
Kräuterhändlerin
unser Menu del Dia

Wenn wir wüssten, wozu diese „Bommeln“ gut sind, die man überall kaufen kann…

Bommeln
Straße in San Cristobal

Egal wo auf der Welt – überall wo frisch betoniert wird, läuft ein Hund durch:

Hundeabdruck

Wir machen einen Ausflug zum atemberaubenden Sumidero Canyon:

Bootsfahrt im Cañon del Sumidero
Cañon del Sumidero
Spidermonkeys
die Wände sind bis zu 1000 Meter hoch
unser Bootsführer

Bei diesem Wasserfall zerstäuben Wind und Vegetation den Wasserstrahl in eine Wolke feinster Tröpfchen. Von unten sieht das dann aus, wie ein Wasserfall in Zeitlupe.

Wasserfall
Pelikan
Aussicht von oben

Campeche

Um von San Cristobal nach Campeche zu kommen, blüht uns eine 16 Stunden Übernachtfahrt, wieder mit dem 250km Umweg, weil die Busse den direkten Weg zwischen San Cristobal und Palenque aus Sicherheitsgründen nicht fahren. 🙁

In Campeche erwarten uns tropische 30+ Grad und eine wunderschöne Altstadt. Wegen der bunten Häuser wird die Stadt auch „Rainbow City“ genannt.

Straße in Campeche
Campeche
Rainbow City

In der ehemaligen Kirche San José gibt es einen Markt für Handarbeiten.

Ex Templo de San José
Kreuzgang der „Ex-Kirche“
Verkauf von Sombreros

Campeche ist unter „Gringos“ eher unbekannt. Die meisten Touristen sind Mexikaner.

unser Lieblingsrestaurant
Cochinita Pibil
Süßigkeiten zu verkaufen
der eine sitzt schon länger da

Teilweise scheinen die wunderschönen Häuser der Altstadt nicht bewohnt zu sein, obwohl es Campeche wirtschaftlich gut geht.

hier wohnt keiner 🙂
zugewachsenes Haus

Die Stadtmauer diente zum Schutz vor Piraten.

Stadtmauer
Häuser in Campeche
die Stadtmauer von Campeche
Sonnenuntergang
der Golf von Mexiko

In unserer Unterkunft gab es WLAN nur an der Wand in einer kleinen Ecke 🙂

Martin in der Ecke
Stadtmauer
Rainbow City
„Rainbow City“ an unserer Unterkunft

Ampel in Campeche

Da wir Maya-Pyramiden klasse finden, besuchen wir hier die archäologische Stätte Edzná. Sie ist wunderschön. Der Kalksandstein ist gereinigt. Dadurch wirkt die Anlage sehr hell.

Edzná Ruinen
Edzná Ruinen
Blüte
Plaza mit Tempel im Hintergrund
Fußboden-Struktur
Maya-Hieroglyphen
der Haupttempel

Verbraucherverhalten

Frage: Habt Ihr Euch durch die Reise verändert und werdet Ihr in Zukunft Dinge anders machen?

Wir haben gesehen, wie stark sich unser Kaufverhalten zu Hause auf die Menschen und die Umwelt in fernen Ländern auswirkt. Und wie belastend es für die Welt ist, dass die Menschen immer mehr werden (bald 9 Milliarden, und alle brauchen Energie, Nahrung und Platz zum Wohnen). Es ist ein großer Unterschied einen Artikel zu lesen bzw. eine Reportage zu sehen oder es selbst zu erleben.

Wir sind z.B. in Malaysia eine über 300km lange Strecke an Palmölplantagen vorbei gefahren. Wir haben gesehen, wie hart die Arbeit auf dem Reisfeld, der Kaffee- oder Teeplantage oder in der Mine sein kann und wie wenig Lohn die Menschen dafür bekommen. Wir haben mehrfach die letzten Exemplare einer bedrohten Tierart gesehen, die möglicherweise nicht überleben wird. Die Menschen am Titicaca-See essen wissentlich durch Abwasser vergifteten Fisch, weil sie sonst nichts anderes haben. All das hat uns sehr nachdenklich und teilweise sehr traurig gemacht. Es hat uns aber auch gezeigt, dass wir viele Möglichkeiten haben, durch unser Verbraucherverhalten die Umstände dort zu verbessern. Daher haben wir uns vorgenommen, mehr fair gehandelte Produkte (insbesondere Schokolade, Kaffee, Reis, Tee) zu kaufen. Mehr Geld zu spenden (zum Beispiel für Solarkocher, damit die Frauen nicht mehr über offenem Feuer kochen und den Rauch einatmen müssen, für Kampagnen zur Aufklärung, Bildung und Geburtenregelung. Ich (Sabrina) werde mir auch kein neues Auto kaufen. Wir werden in Zukunft überwiegend Gemüse aus Bioanbau kaufen und den Fleischkonsum reduzieren und dabei artgerechte Haltung unterstützen.

Unsere Reise hat auch bewirkt, dass wir freundlicher und hilfsbereiter zu fremden Menschen sein wollen, denn wir haben selbst von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen auf unserer Reise profitiert.

Wir wollen hier keine Moralpredigten halten, aber falls es jemanden interessiert: